Es sind die Begeisterung der Zuschauer und die Freude der Tanzbesteller, von der die
Mainburger Schäffler förmlich getragen werden. Und sie quittieren es mit stets einem Lächeln auf
den Lippen. Unvergessen bleibt in dieser Kategorie seit jeher der Faschingssonntag, an dem die
Menschenmenge mit den „Rotjacken“ von Station zu Station in der Innenstadt zieht und
aufmerksam lauscht, was die Fasslkasperl so alles Lustiges in petto haben.

Der Tag sollte mit Trockenheit und Temperaturen um den Gefrierpunkt gute Tanzbedingungen mit sich bringen, auch
wenn sich die Sonne nicht zeigte. Auf der Einladungsliste standen 16 Stationen, bei denen es ein
Wiedersehen mit einer Reihe von altbekannten Gesichtern der großen Mainburger
Schäfflertanzfamilie gab. Zu Gast war man dabei unter anderem bei Steffi Schmidt, ehemals
Pinsker, Marketenderin des Jahres 2005. Derweil stand schon zweite Bürgermeisterin Hannelore
Langwieser mit Sohn Sebastian, Cheforganisator der Schäfflermusikanten und selbst an der großen
Trommel, sowie Tochter Andrea Solleder parat, die ebenfalls bei der Musi mitspielt. Die gute
Hannelore gab dabei selbst auch etliche Gstanzl zum Besten.
Ein dickes Lob verteilte zweiter TSV-Vorsitzender Alexander Hauf im Anschluss an die Schäffler, als er feststellte: „Ihr lacht’s alle“, für ihn der Ausdruck purer Freude und Leidenschaft der ganzen Mannschaft. Mit einem „stillen“
Schäfflertanz nahm man an diesem Tage würdevoll Abschied von Hanni Sedlmeier, die ihren Tanz
nicht mehr selbst erleben konnte, die Aufführung aber ihr ausdrücklicher Wunsch war. Die
Verstorbene galt als eine große Gönnerin des Mainburger Schäfflertanzes. „In dieser Stunde sind
wir ihr besonders nah und verneigen uns in stillem Gedenken“, so Reifenschwinger Michael
Hintermeier an Sohn Ralph, Schäffler 1991, und seine Familie gewandt.
Bei Narrhalla-Ehrenpräsident Reinhold Hegenauer trafen die Schäffler auf den Vortänzer des Jahres 1970, ehe es
in Richtung Zentrum ging. Dort wartete schon TSV-
Ehrenvorsitzender Dr. Karl Pöschl auf die „Rotjacken“; an seiner Seite seine Kinder Alexander und
Karolin, 1998 Vortänzer und Marketenderin. Beim Weinmayer freuten sich Karin und Markus Eder
über den Besuch. 1991 zählten sie als Marketenderin bzw. Schlussreifenträger zu den Schäfflern.
An dieser Stelle auch unvergessen ihr mittlerweile verstorbener Vater Paul Eder, Reifenschwinger
1956, und langjähriges Komiteemitglied. Ein großer Kreis bildete sich vor der Raiffeisenbank (mit
Vorstand Florian Maier), wo zusammen die Familie Fellner wartete. Franz Fellner sen. war schon
1956 bei den Schäfflern dabei, Filius Franz 2012.

Ralf Lutzenburger verkündet Rückzug aus der Abteilungsleitung

Anton Popp, ebenfalls aktiv 1956, verfolgte den Schäffler-Auftritt vom Fenster aus und genoss diesen zusammen mit der Familie von Martin Richtsfeld. Letzterer war bekanntlich 1991 Vortänzer und bis 2019 drei Saisonen Fasslkasperl,
Tochter Maria Marketenderin 2012. Klar, dass sich seine Nachfolger da besonders ins Zeug
legten. Ein weiteres Highlight war der Auftritt vor dem Hause Lutzenburger. Ilse Lutzenburger gilt
als die Begründerin des Schäffler-Fanclubs 1984 und große Gönnerin. Und Sohn Ralf lenkt
mittlerweile seit 1998 die Geschicke der Abteilung. Als Reifenschwinger anno 1991 erklomm er
selbst noch einmal das Fassl und ließ Familie und alle Freunde des Mainburger Schäfflertanzes
hochleben, um gleichzeitig auch seinen Rückzug aus der Abteilungsleitung zu verkünden. Stets gut
gerüstet und versorgt sind die Schäffler mit dem Apotheker-Tröpferl aus der Gabelsberger
Apotheke. Dort wurde Hans Hillerbrand zur Zielscheibe der Fasslkasperl für seinen „Mainburger
Catwalk“; dabei an seiner Seite Sohnemann Johannes, der 2012 zu den Schäfflern zählte.

Das große Finale des Tages fand im Graßl-Hof statt. Der mittlerweile verstorbene Ehrentanzmeister Ludwig
Graßl gilt quasi als Sinnbild des Mainburger Schäfflertanzes, war elf Mal seit dem Krieg daran
beteiligt. Die Tradition im Hause wird aber in bester Weise von den vier Töchtern weitergeführt und
gepflegt. Und immer wieder finden sich Marketenderinnen aus Reihen der Familien; aktuell mit Pia
Ohlmeyer, die sich im Besonderen auf den Tanz „dahoam“ freute.

Erneutes Gastspiel in Oberbayern

Auf ihrer vorletzten Busreise steuerten die Schäffler am Ende eines langen Tages
schließlich noch den „Lippnwirt“ in Larsbach an, wohin die Familien Stadler/Zieglmaier geladen
hatten. Nach Martin Stadler als Vortänzer 2019 ist heuer dessen Bruder Matthias auf der Nummer
neun als Tänzer gesetzt, was die Familie riesig freut. Mit Blumen und einem Gastgeschenk
bedankten sich die Schäffler bei Mutter Simone sowie den gleichermaßen Schäfflertanz begeisterten
Großeltern Gerdi und Georg Zieglmaier für eine äußerst „schmackhafte“ Einladung.