Der Himmel lachte am Ende, doch die Schäffler waren in Trauer. Es war ein sehr
bewegender und tränenreicher Abschied am Faschingsdienstag nach 166 Tänzen vor dem Rathaus.
Als das „Aba heit is koid…“ dem „Muss i denn zum Städtele hinaus“ wich, war die 20. Saison seit
1889 Geschichte. Weiße Rosen der Marketenderinnen für die Tänzer und Blumensträuße für sie
selber besiegelten das Ende der roten Herrlichkeit. Ein Wiedersehen gibt es erst wieder im Jahr
2033.
April-Wetter mit ungemütlichen Regenschauern begleitete die Schäffler beim Start in den Tag. Am
Ende ihrer kurzen Saison kehrten sie dorthin zurück, wo sie vor gut fünf Wochen gestartet waren.
Den letzten Tanz vor dem Rathaus – bei am Ende besten äußeren Bedingungen – verfolgten die drei
Bürgermeister vom Ehrenplatz aus. Die Besucher standen in sehr großer Zahl dicht an dicht, um
den Schlussakkord nicht zu verpassen. Nicht nur die drei Marketenderinnen kämpften dabei mit
Traurigkeit und Tränen, als sie die sieben Figuren ein letztes Mal zu sehen bekamen und als
krönenden Schlusspunkt die „2026er Spezial“-Figur.
Perfekte Reifenschwingerleistung
Einmal mehr perfekt die Reifen kreisen ließ Michael Hintermeier, der es als erster in der Geschichte
der Reifenschwinger geschafft hat, fehlerfrei zu bleiben. Ein dreifach „Hoch“ ertönte ein letztes Mal
auf die „wunderbare Stadt Mainburg“ und all ihre Bewohner. Der Dank der Fasslkasperl Ralf
Gaffal, „Gix“ Harrieder, Bertram Pfaller und Jakob Geisreither – bisweilen gleichermaßen von den
Emotionen übermannt – richtete sich an das treue Publikum und die großartige
Gemeinschaftsleistung der Schäffler inklusive Musikanten. Gleichzeitig warben sie für ein
friedvolles und verständnisvolles Miteinander und für ein Wiedersehen 2033.
Insgesamt hatten die Schäffler an diesem Tag noch einmal zwölf Stationen absolviert. Eine große
Freude bereitete man unter anderem den Bewohnern des Altenheims St. Michael, die seit Wochen
auf den Besuch hinfieberten. Ebenso wartete Ex-Fasskasperl Robin Bauer, der 2012 seinen
Kasperlhut nahm, auf die „Rotjacken“. An der Seite des langjährigen Feuerwehrkommandanten
seine Lebensgefährtin Bettina Burger, Marketenderin 2005.
Ein Stelldichein gab es auch bei Martin Huber, der zweimal beim Schäfflertanz mitwirkte: 1970 und
1977 als Vortänzer. Mit Jonas Laible freute sich auch der aktuelle Schlussreifenträger auf den
Auftritt bei seiner Familie.
Der langjährige Stadtrat und Kultwirt Bernd Friebe hieß am Biberbau willkommen. Zur Mittagszeit
steuerte der Tross dann den Zieglerbräu an, wo die Fasslschlager ihre Kunst an einem kleinen
Kunststoff-Fassl ausführten und nicht die Sammelkasperl durch die lange Laube hindurchtanzten,
sondern die Schäfflermusikanten. Beim Getränkeservice Klaus Massier ließ man mit Tochter Lisa
die Hallertauer Bierkönigin hochleben.
Ein großer Kreis bildete sich vor dem WUM-Shop, wobei sich die Schäffler noch einmal für die
finanzielle Unterstützung im Vorfeld der Saison bedankten. Eng wurde es vor der Hallertauer
Zeitung, als die „Rotjacken“ in der Innenstadt aufmarschierten. Und als vorletzte Station sprang das
Reisebüro Stanglmeier am Marktplatz diesmal für Manfred Brose am Christlberg in die Bresche,
wo sich bereits eine sehr große Menschenmenge versammelt hatte. Zum Schlussakkord hatte man
dann nur wenige Meter weiter vor das Rathaus zu ziehen.
Eine große Portion Wehmut begleitete die Schäffler nach dem Schlusstanz auf ihrem letzten Weg
durch die Innenstadt. Die Eltern bildeten ein Rosenspalier. Zu den letzten Klängen der
Schäfflermusikanten zogen sie im Vereinslokal Seidlbräu ein, ehe sich die Tür hinter ihnen
symbolisch für sieben Jahre schloss.